Kindheit:
Ich wurde in Alt-Aussee im steirischen Salzkammergut geboren. Aufgewachsen bin ich bei meinen Großeltern in der Altaussee’er Gatterer Mühle. Ich, Joseph Frölich, hatte bei meinen Großeltern eine schöne Kindheit. Im Alter von 14 Jahren erlernte ich das Müllerhandwerk und später auch das Mühlenbauhandwerk. Ich war in halb Europa auf der Walz, so in Bern in der Schweiz, im Schwäbischen, in Köln am Rhein, in Holland. Dort lernte ich erste Taschenspielertricks.
Vom Gesellen zum Hofmühlenkommissarius & Zahnreisser
In Franken wurde ich später Hofmühlenkommissarius am Hofe des Markgrafen Wilhelm zu Anspach Bayreuth. Die Schwester des Markgrafen war wiederum die Gattin von August dem Starken. Bei einem Besuch in der sächsischen Residenzstadt Dresden im Jahre 1725 hatte es mir so gut am Hofe des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen August dem Starken gefallen, dass ich zwei Jahre später mit Sack und Pack nach Sachsen übersiedelte. Ich wurde „wohlbestallter, hochlöblicher kurfürstlich-sächsischer und königlich-polnischer Hofmühlenkommissarius und Zahnreisser seiner Majestät“.
Vom Müller- und Mühlenbauhandwerk zum Hofnarren von August dem Starken
Da ich einer der wenigen war, der Tag für Tag den Kontakt zum Volke als auch zum Hofe hatte, schätzte August der Starke meine Beredsamkeit und mein Geschick beim Taschenspiel. Mit Zauberkunststücken, derben Scherzen und Spottgedichten unterhielt ich meine Zeitgenossen. So erhielt ich von seiner Majestät im Jahre des Herrn 1727 den Titel „Kurtzweiliger Rath & Hoftaschenspieler“.